Teenager-Schwangerschaften in Berlin und Brandenburg

Teenager-Schwangerschaften in Berlin und Brandenburg
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Besonders geeignet für:
Thema

Angebote und Hilfebedarf aus professioneller Sicht

Erscheinungsjahr 2008
Medienart

Broschüre, 252 Seiten

Schutzgebühr

Inhalt

Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Ziel, Schwangerschaftskonflikte, insbesondere bei Minderjährigen, zu vermeiden. Die BZgA sieht eine wichtige Aufgabe darin, die Ursachen für Teenager-Schwangerschaften zu analysieren und erfolgreiche Ansätze in der Prävention von ungeplanten Schwangerschaften bei Minderjährigen zu fördern.

Vor diesem Hintergrund beauftragte die BZgA in den Jahren 2005 und 2006 eine Studie zum Thema Teenager-Schwangerschaften: Forscherinnen der Hochschulen Mittweida und Merseburg untersuchten in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig Angebote für jugendliche Schwangere und Mütter in Berlin und Brandenburg und deren Hilfebedarf.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Erfahrungen und Sichtweisen von Expertinnen und Experten aus der Praxis. Ausgewertet wurden insbesondere die Erfahrungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Beratungsstellen, Behörden, Schulen und medizinischen Einrichtungen, die in ihrer täglichen Arbeit mit Jugendlichen sowie jugendlichen Schwangeren und Müttern in Kontakt stehen.

Fragestellung und Zielgruppe der Studie basieren auf den Erkenntnissen der Vorläuferstudie „Teenager-Schwangerschaften in Sachsen. Angebote und Hilfebedarf aus professioneller Sicht“, die in den Jahren 2003 und 2004 durchgeführt wurde. Ausgangspunkt beider Studien ist die Annahme, dass minderjährige Schwangere und Mütter spezifischere Beratungs-, Betreuungs- und Versorgungsangebote benötigen als derzeit bestehen.

Die Bundesländer Berlin und Brandenburg zeichnen sich durch eine höhere Rate an Teenager-Schwangerschaften aus, sowohl bei den Schwangerschaftsabbrüchen als auch bei den Lebendgeburten. Berlin zählt zudem zu den Städten in Deutschland mit einem hohen Anteil an jungen Frauen mit Migrationshintergrund.

In leitfadengestützten Interviews wurden sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schwangerschaftsberatungsstellen, Jugendämtern und Agenturen für Arbeit, Schulen und Mutter-Kind-Einrichtungen sowie Vereinen als auch Gynäkologinnen, Gynäkologen und Hebammen befragt. Bei der Auswahl der Befragten wurden die unterschiedlichen regionalen und sozialen Merkmale der beiden Bundesländer berücksichtigt.

Ziel der Studie „Teenager-Schwangerschaften in Berlin und Brandenburg, Angebote und Hilfebedarf aus professioneller Sicht“ ist es festzustellen, ob bestehende Ange-bote und Hilfen für jugendliche Schwangere in den jeweiligen Bundesländern bei der Zielgruppe bekannt sind, ob sie angenommen werden bzw. warum sie jugendliche Schwangere nicht erreichen. Die Ergebnisse geben wichtige Hinweise für die Entwicklung einer zielgruppenorientierten Präventionsarbeit und eines bedarfsgerechten Beratungs- und Hilfeangebots für minderjährige Schwangere und Mütter.

Neben den Befragungsergebnissen stellt die hier vorgelegte Veröffentlichung der Studie in einem Exkurs Detailinformationen zum Stand der Forschung zur Verfügung. Zum besseren Verständnis der Thematik Teenager-Schwangerschaften im Allgemei-nen sowie der Lebenssituation von Jugendlichen werden darin neben statistischen Daten auch Erklärungsansätze für Teenager-Schwangerschaften aufbereitet.

Auf der Basis der Ergebnisse und des theoretischen Hintergrunds formulieren die Autorinnen Verbesserungsvorschläge für bedarfsgerechte Aufklärung, Beratung und Betreuung von schwangeren Jugendlichen und Müttern. Darüber hinaus stellen sie dar, wo Bedarf an weiterer Forschung und Konzeptentwicklung besteht.

Mit der Veröffentlichung dieser Studie leistet die BZgA einen wichtigen Beitrag zur Thematik Teenager-Schwangerschaften. Die Studie macht deutlich, dass Prävention mehr beinhaltet als die reine Wissensvermittlung über Art und Handhabung von Verhütungsmitteln. Psychosoziale und sozioökonomische Faktoren der Zielgruppe sind bei der Konzeption von präventiven Maßnahmen ebenso zu berücksichtigen wie Bildung und sozialer Status bzw. Lebens- und Berufsperspektiven.

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